Friedhof


Friedhofsordnung 23.5.1997

Friedhofsordnung

 

 

 

 

 

 

 

 

für den Friedhof

der Evangelisch- reformierten Kirchengemeinde

Wiblingwerde

 

vom 6. Oktober 1998

 

 

Der kirchliche Friedhof ist die Stätte, auf der die Gemeinde ihre Toten zur letzten Ruhe bettet.

Die Kirche verkündigt dabei, daß der Tod das Gericht über alles irdische Wesen ist und Jesus Christus durch seine Auferstehung den Sieg über Sünde und Tod errungen hat. Sie gedenkt der Entschlafenen und befiehlt sie der Gnade Gottes. Sie ruft die Lebenden zum Heil in Christus.

Auch zu der Zeit, in der das Wort der Kirche auf dem Friedhof nicht laut wird, ist der Friedhof mit seinen Grabstätten und seinem Schmuck der Ort, an dem diese Verkündigung sichtbar bezeugt und der Verstorbenen und des eigenen Todes gedacht wird.

Alle Arbeit auf dem Friedhof erhält so ihren Sinn und ihre Richtung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

I.         Allgemeine Bestimmungen

§ 1   Leitung und Verwaltung des Friedhofes

§ 2   Benutzung des Friedhofes

§ 3   Verhalten auf dem Friedhof

§ 4   Grabmal- und Bepflanzungsordnung

§ 5   Gewerbliche Arbeiten auf dem Friedhof

§ 6   Gebühren

 

II.        Grabstätten

§ 7   Allgemeines

§ 8   Ruhezeiten

 

A. Reihengrabstätten

§ 9   Rechtsverhältnisse an Reihengrabstätten

 

B. Wahlgrabstätten

§ 10  Rechtsverhältnisse an Wahlgrabstätten

§ 11  Benutzung der Wahlgrabstätten

§ 12  Übergang von Rechten an Wahlgrabstätten

§ 13  Alte Rechte

 

C. Gemeinsame Bestimmungen

§ 14  Grabgewölbe

§ 15  Ausheben der Grabstätten

§ 16  Belegung, Wiederbelegung, Öffnung der Grabstätten

§ 17  Um- und Ausbettungen

§ 18  Särge, Urnen und Trauergebinde

§ 19  Herrichtung und Instandhaltung der Grabstätten

§ 20  Vernachlässigung der Grabstätten

§ 21  Dauergrabpflegeverträge

§ 22  Grabmale

§ 23  Genehmigungspflicht für Grabmale und sonstige Anlagen

§ 24  Instandhaltung der Grabmale

§ 25  Schutz wertvoller Grabmale

§ 26  Entfernen von Grabmalen

 

III.      Bestattungen und Feiern

§ 27  Bestattungen

§ 28  Anmeldung der Bestattung

§ 29  Leichenkammern

§ 30  Friedhofskapelle

§ 31  Andere Bestattungsfeiern am Grabe

§ 32  Musikalische Darbietungen

§ 33  Zuwiderhandlungen

 

IV.       Schlußbestimmungen

§ 34  Haftung

§ 35  Öffentliche Bekanntmachung

§ 36  Inkrafttreten


 

Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde

Wiblingwerde

erläßt in Beachtung der kirchlichen und staatlichen Bestimmungen die nachstehende

Friedhofsordnung

I.   Allgemeine Bestimmungen

 

 

§ 1

Leitung und Verwaltung des Friedhofes

1)   Der Friedhof  in Wiblingwerde steht in der Trägerschaft der Evangelisch - reformierten   Kirchengemeinde.

2)   Leitung und Aufsicht liegen beim Presbyterium.

3)   Zur Verwaltung des Friedhofes kann das Presbyterium einen Friedhofsausschuß bilden. Es kann sich auch Beauftragter bedienen.

4)   Die Aufsichtsbefugnisse der Ordnungs- und Gesundheitsbehörden werden hierdurch nicht berührt.

5)   Im Zusammenhang mit allen Tätigkeiten der Friedhofsverwaltung dürfen personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet, gespeichert und genutzt werden.  

 

Eine Datenübermittlung an sonstige Stellen und Personen ist zulässig, wenn

a)    es zur Erfüllung des Friedhofszwecks erforderlich ist,

b)   die Datenempfänger der Stellen oder Personen ein berechtigtes Interesse an der Kenntnis der zu übermittelnden Daten glaubhaft darlegen, und die betroffenen Personen kein schutzwürdiges Interesse an dem Ausschluß der Übermittlung haben.

 

§ 2

Benutzung des Friedhofes  

1)   Der Friedhof ist bestimmt zur Bestattung der Gemeindeglieder der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und sonstiger Personen, die bei ihrem Ableben ein Recht auf Bestattung in einer bestimmten Grabstätte besaßen.

2)   Ferner werden auf ihm bestattet:

 

a)    Glieder anderer evangelischer Kirchengemeinden,

b)   ortsansässige Angehörige solcher Religionsgemeinschaften, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland gehören.

 

3)   Andere Personen können ausnahmsweise bestattet werden, wenn ein zu ihrer Aufnahme verpflichteter Friedhof am Ort nicht vorhanden ist oder die Friedhofsträgerin dieses genehmigt.

 

 

§ 3

Verhalten auf dem Friedhof

1)   Jeder hat sich auf dem Friedhof der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Die Anordnungen des Friedhofspersonals sind zu befolgen.

2)  Der Friedhof ist für Besucherinnen und Besucher geöffnet

a)  in den Monaten März bis Oktober von        7.00Uhr bis Sonnenuntergang

a)    in den Monaten November bis Februar von 8.00Uhr bis Sonnenuntergang

 

3)   Kinder unter 6 Jahren  dürfen den Friedhof nur in Begleitung und Verantwortung Erwachsener betreten.

4)   Auf dem Friedhof ist nicht gestattet:

a)    die Wege mit Fahrzeugen aller Art -Kinderwagen und Rollstühle ausgenommen- zu befahren,

b)   Waren aller Art, insbesondere Blumen und Kränze und gewerbliche Dienste anzubieten und dafür zu werben,

c)    an Sonn- und Feiertagen und in der Nähe einer Bestattung Arbeiten auszuführen,

d)   gewerbsmäßig zu fotografieren,

e)    Druckschriften ohne Genehmigung zu verteilen,

f)    Abraum, Papier usw. außerhalb der dafür bestimmten Plätze abzulegen,

g)    den Friedhof und seine Einrichtungen und Anlagen zu verunreinigen oder zu beschädigen, Einfriedungen und Hecken zu übersteigen und Rasenflächen, Grabstätten und Grabeinfassungen unberechtigt zu betreten,

h)   zu lärmen, zu spielen und sich sportlich zu betätigen,

i)     Hunde frei laufen zu lassen (Hundekot ist zu beseitigen),

j)     Ansprachen und musikalische Darbietungen außerhalb von Bestattungen ohne Genehmigung zu halten,

k)   Einmachgläser, Blechdosen und ähnliche Behältnisse als Vasen oder Schalen zu verwenden,

l)     Unkrautvernichtungsmittel und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel zu verwenden.

 

5)   Die Friedhofsträgerin kann Ausnahmen zulassen, soweit sie mit dem Zweck des Friedhofes und dieser Ordnung vereinbar sind. Erforderliche Genehmigungen sind rechtzeitig bei der Friedhofsverwaltung einzuholen.

 

§ 4

Grabmal- und Bepflanzungsordnung

1.) Grabmale sollen in ihrer Größe und Form in einem angemessenen Verhältnis zur Grabstelle stehen.

Bei Einzel- und Reihengräber gelten folgende Maximalmaße:

n    liegende Grabmale                    Breite 0,5m     Tiefe 0,7m

n    stehende Grabmale                   Breite 0,5m     Höhe 0,7m

 

2.) Für Wahlgrabstätten gelten folgende Maximalmaße:

n    liegende Grabmale                    Breite 0,6m     Tiefe 0,8m

n    stehende Grabmale                   Breite 1,0m     Höhe 0,9m

 

3.) Wahlgrabstätten dürfen mit einer immergrünen Hecke umpflanzt werden, deren Höhe 1,0m und in der Breite 0,3m nicht überschreiten darf.

Für die ordnungsgemäße Pflege und EinhaltungderMaße ist der Nutzungsberechtigte        verantwortlich.

4.) Reihengräber dürfen nicht umpflanzt werden.

5.) Im Bereich der Reihen- und Wahlgrabstätten ist für eine Flächenbedeckung nur roter Split zu verwenden. Die Verwendung von Folien und Teerpappe als Unterlage ist nicht zulässig.

   

§ 5

Gewerbliche Arbeiten auf dem Friedhof

1)   Bildhauerinnen und Bildhauer, Steinmetzinnen und Steinmetze, Gärtnerinnen und Gärtner, Bestatterinnen und Bestatter und sonstige Gewerbetreibende bedürfen für Tätigkeiten auf dem Friedhof der vorherigen Zulassung durch die Friedhofsträgerin, die den Rahmen der Tätigkeit festlegt.

2)   Zugelassen werden nur solche Gewerbetreibende, die in fachlicher, betrieblicher und persönlicher Hinsicht zuverlässig sind und die Friedhofsordnung sowie die Grabmal- und Bepflanzungsordnung schriftlich anerkennen.

3)   Bildhauerinnen und Bildhauer, Steinmetzinnen und Steinmetze, Gärtnerinnen und Gärtner bzw. die sie fachlich vertreten, müssen darüber hinaus die Meisterprüfung in diesem Beruf abgelegt haben oder eine anderweitig mindestens gleichwertige fachliche Qualifikation erworben haben. Bestatterinnen und Bestatter müssen als Gewerbetreibende zugelassen sein.

 

Bildhauerinnen und Bildhauer, Steinmetzinnen und Steinmetze müssen entsprechend ihrem Berufsbild in die Handwerksrolle eingetragen sein.

4)   Für sonstige Gewerbetreibende wird die Zulassung gesondert geregelt.

5)   Die Friedhofsträgerin kann Ausnahmen zulassen, soweit ihnen keine gesetzlichen Regelungen oder Verordnungen entgegenstehen.

6)   Die Friedhofsträgerin stellt über die Zulassung eine Berechtigungskarte aus. Sie kann befristet erteilt werden.

7)   Die Zulassung kann widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen fortgefallen sind. Dies gilt auch, wenn die Gewerbetreibenden gegen die Friedhofsordnung oder die Grabmal- und Bepflanzungsordnung der Friedhofsträgerin verstoßen.

8)   Die Gewerbetreibenden haften für alle Schäden, die sie oder ihre Bediensteten im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit auf dem Friedhof schuldhaft verursachen. Der Friedhofsträgerin ist von den Gewerbetreibenden der Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung vorzulegen. Unbeschadet des § 3 Abs. 4 Buchst. c dürfen gewerbliche Arbeiten auf dem Friedhof nur montags bis freitags in der Zeit von 7.00 bis 18.00 Uhr und Samstags in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr durchgeführt werden. Auch die Anfuhr von Materialien ist nur in dieser Zeit erlaubt. Die für die Arbeiten erforderlichen Werkzeuge und Materialien dürfen auf dem Friedhof nur vorübergehend und nur an Stellen gelagert werden, an denen sie nicht hindern oder stören. Es ist nicht gestattet, daß die  Gewerbetreibenden in oder an den Wasserentnahmestellen des Friedhofes die Geräte  reinigen.

9)   Die Gewerbetreibenden sind verpflichtet, die bei ihren Arbeiten anfallenden, nicht kompostierbaren Abfälle vom Friedhof zu entfernen. Die beim Aushub der Fundamente anfallende Erde ist auf dem Friedhof an den dafür vorgesehenen Ablagestellen zu deponieren.

10) Mit Grabmalen und Grabbepflanzungen darf nicht geworben werden. Grabmale dürfen daher nicht mit Firmenschildern versehen werden. Nicht farbig ausgelegte, eingehauene Firmenzeichen bis zu einer Größe von 3 cm sind jedoch an einer Seite in den unteren 15 cm zulässig. Steckschilder für die Grabpflege mit voller Firmenanschrift der Friedhofsgärtnereien  sind nicht zulässig.

 

 

 

§ 6

Gebühren

Für die Benutzung des Friedhofes und seiner Einrichtungen werden Gebühren nach der kirchenaufsichtlich und staatlich genehmigten Gebührenordnung erhoben.

II.   Grabstätten

 

§ 7

Allgemeines

1)   Nutzungsrechte an Grabstätten werden unter den in dieser Ordnung aufgestellten Bedingungen vergeben. Die Grabstätten bleiben Eigentum der Friedhofsträgerin. An ihnen bestehen nur Rechte nach dieser Ordnung.

2)   Auf dem Friedhof werden Nutzungsrechte vergeben an:

a)    Reihengrabstätten für Erdbestattungen,

b)   Reihengrabstätten für Urnenbeisetzungen,

c)    Wahlgrabstätten für Erdbestattungen,

d)   Wahlgrabstätten für Urnenbeisetzungen.

 

3)   Die Vergabe von Nutzungsrechten wird abhängig gemacht von der schriftlichen Anerkennung dieser Ordnung.

4)   Aus dem Nutzungsrecht ergibt sich die Verpflichtung zur gärtnerischen Anlage und zur Pflege der Grabstätten.

5)   Nutzungsberechtigte haben der Friedhofsverwaltung jede Änderung ihrer Anschrift mitzuteilen. Für Schäden oder sonstige Nachteile, die aus der Unterlassung einer solchen Mitteilung entstehen, ist die Friedhofsträgerin nicht ersatzpflichtig.

6)   Die Nutzungsberechtigten müssen mit Ablauf der Nutzungszeit der Friedhofsträgerin die Grabstätte in abgeräumtem Zustand übergeben. Wird die Grabstätte nicht abgeräumt übergeben, so werden die Arbeiten von der Friedhofsträgerin auf Kosten der bisherigen nutzungsberechtigten Person durchgeführt. Eine Aufbewahrungspflicht für die abgeräumten Pflanzen und baulichen Anlagen besteht für die Friedhofsträgerin nicht.  

7)   Das Nutzungsrecht kann entzogen werden, wenn die in der Friedhofsgebührenordnung festgesetzten Gebühren nicht entrichtet werden. Die Entziehung des Nutzungsrechts setzt voraus, daß die Beitreibung der Gebühren im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens erfolglos durchgeführt worden ist.

 

§ 8

Ruhezeiten  

Die Ruhezeit für Erdbestattungen beträgt 30 Jahre.

Bei Totgeburten und Verstorbenen bis zum vollendeten 5. Lebensjahr beträgt die Ruhezeit

30 Jahre.

Bei Urnenbeisetzungen  beträgt die Ruhezeit 30 Jahre.

 

A. Reihengrabstätten

 

§ 9

Rechtsverhältnisse an Reihengrabstätten

1)   Reihengrabstätten sind Grabstätten, die im Bestattungsfall für Erdbestattungen oder Urnenbeisetzungen einzeln nach der Reihe für die Dauer der Ruhezeit vergeben werden.

2)   Reihengrabfelder werden eingerichtet für:

 

a)    Totgeburten:  

Größe der Grabstätte:         Länge 1,50 m, Breite 0,90 m

Größe des Grabhügels:       Länge 1,20 m, Breite 0,60 m

 

b)   Verstorbene bis zum vollendeten 5. Lebensjahr:

Größe der Grabstätte:         Länge 1,50 m, Breite 0,90 m

Größe des Grabhügels:       Länge 1,20 m, Breite 0,60 m

 

c)    Verstorbene vom vollendeten 5. Lebensjahr an:

Größe der Grabstätte:         Länge 2,50 m, Breite 1,25 m

Größe des Grabhügels:       Länge 1,80 m, Breite 0,75 m

 

d)   Beisetzungen von Urnen:

Größe der Grabstätte:         Länge 1,00 m, Breite 1,00 m

Größe des Grabhügels:       Länge 0,80 m, Breite 0,80 m

 

3)   In einer Reihengrabstätte darf nur eine Leiche bestattet oder eine Urne beigesetzt werden.

4)   Über die Vergabe des Nutzungsrechts an einer Reihengrabstätte wird eine schriftliche Bestätigung erteilt. In ihr ist die genaue Lage der Reihengrabstätte anzugeben.

5)   Die Nutzung an einer Reihengrabstätte erlischt mit Ablauf der in dieser Ordnung festgesetzten Ruhezeit. Die Ruhezeit kann nicht verlängert werden.

6)   Das Abräumen von Reihengrabfeldern oder Teilen von ihnen nach Ablauf der Ruhezeiten wird sechs Monate vorher öffentlich und durch ein Hinweisschild auf dem betreffenden Grabfeld bekanntgemacht.

7)   Außerdem können besondere Reihengrabfelder für Erdbestattungen und Urnenbeisetzungen eingerichtet werden. An diesen Grabstätten werden Nutzungsrechte nicht vergeben. Die Anlage und Pflege der Grabstätten erfolgt für die Dauer der Ruhezeit durch die Friedhofsträgerin. Ein Anspruch auf Bestattung in diesem Grabfeld besteht nicht. Die Friedhofsträgerin legt auf jede Grabstätte eine einheitliche Grabplatte. Als Inschrift werden Vor- und Nachnamen sowie Geburts- und Sterbedaten der Vorstorbenen aufgenommen. Außer der von der Friedhofsträgerin aufgelegten Grabplatte kann kein weiteres Gedenkzeichen aufgestellt werden. Grabschmuck wird von der Friedhofsträgerin vor jedem Pflegegang abgeräumt und nicht wieder aufgelegt. Eine Bestattung in der vorgenannten Grabstätte kann nur auf schriftlichen Antrag erfolgen.  

 

 

B. Wahlgrabstätten

 

 

§ 10

Rechtsverhältnisse an Wahlgrabstätten

1)   Wahlgrabstätten sind Grabstätten, die besonders angelegt und einzeln (Einzelwahlgrabstät­ten) oder zu mehreren (Familienwahlgrabstätten) für eine die Ruhezeit übersteigende Nut­zungszeit vergeben werden.

 

Für die einzelnen Wahlgrabstätten gelten folgende Abmessungen:

a)    Erdbestattung:      Länge 2,50 m, Breite 1,25 m

b)   Urnenbeisetzung: Länge 1,50 m, Breite 1,50 m

 

Maße auf alten Grabfeldern werden hiervon nicht berührt.

2)   In einer Wahlgrabstätte darf bei Erdbestattung nur eine Leiche bestattet werden. In einer Wahlgrabstätte können bis zu 4 Urnen beigesetzt werden. In einer mit einem Sarg belegten Wahlgrabstätte können zusätzlich bis zu 2 Urnen beigesetzt werden.

3)   Auf Vergabe oder Verlängerung von Nutzungsrechten an Grabstätten in bestimmter Lage sowie auf Unveränderlichkeit ihrer Umgebung besteht kein Anspruch.

4)   Vor Ablauf der Ruhezeit ist eine Wiederbelegung der Wahlgrabstätten nicht zulässig.

5)   Über die Vergabe des Nutzungsrechts an einer Wahlgrabstätte wird eine schriftliche Bestätigung erteilt. In ihr wird die genaue Lage der Wahlgrabstätte und die Dauer der Nutzungszeit angegeben. Dabei wird darauf hingewiesen, daß der Inhalt des Nutzungsrechts sich nach den Bestimmungen der jeweiligen Friedhofsordnung richtet.

6)   a) Die Nutzungszeit wird auf 30 Jahre festgesetzt.

 

b)   Bei Ablauf der Nutzungszeit kann das Nutzungsrecht verlängert werden. Wird das Nutzungsrecht nicht verlängert, so erlischt es nach Ablauf der Nutzungszeit. Die Friedhofsträgerin weist die Nutzungsberechtigten drei Monate vor Ablauf der Nutzungszeit durch schriftliche Benachrichtigung, oder wenn keine Zustellung erfolgen kann, durch öffentliche Bekanntmachung auf das Ende der Nutzungszeit hin.

c)    Überschreitet bei einer weiteren Belegung oder Wiederbelegung von Wahlgrabstätten die neu begründete Ruhezeit die laufende Nutzungszeit, so ist das Nutzungsrecht für die zur Wahrung der Ruhezeit notwendigen Jahre für die Wahlgrabstätte zu verlängern.

d)   Bei Familienwahlgrabstätten ist die Verlängerung für sämtliche Grabstätten auf einmal vorzunehmen.

e)    Das Nutzungsrecht an einer Wahlgrabstätte kann nur zurückgegeben werden, wenn keine Ruhefristen mehr zu berücksichtigen sind. Eine Rückgabe ist nur für die gesamte Grabstätte möglich. Die Friedhofsträgerin kann Ausnahmen zulassen, wenn diese mit dem Friedhofszweck vereinbar sind. Ein Anspruch auf Erstattung von Gebühren besteht nicht.

f)    Eine Verlängerung des Nutzungsrechts an einer Wahlgrabstätte kann von der Friedhofsträgerin  verweigert werden, wenn eine Umgestaltung des Friedhofes zur Erfüllung des Friedhofszweckes erforderlich ist, oder wenn gesetzliche Auflagen Wiederbelegungen ausschließen.

 

 

§ 11

Benutzung der Wahlgrabstätten

1)   In Wahlgrabstätten werden die Nutzungsberechtigten und ihre Angehörigen bestattet.

 

Als Angehörige im Sinne dieser Bestimmung gelten:

a)    Ehefrauen und Ehemänner,

b)   Verwandte auf- und absteigender Linie sowie Geschwister, Stiefgeschwister und deren Kinder,

c)    Ehefrauen und Ehemänner der unter b) bezeichneten Personen.

 

Auf Wunsch der nutzungsberechtigten Person können darüber hinaus mit Zustimmung der Friedhofsträgerin auch andere Verstorbene bestattet werden.

2)   Für die Bestattung in einer Wahlgrabstätte ist Voraussetzung, daß die zu Bestattenden bei ihrem Tode einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören.

3)   Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der Friedhofsträgerin.

 

 

§ 12

Übergang von Rechten an Wahlgrabstätten

1)   Die Nutzungsberechtigten können ihr Nutzungsrecht nur einer berechtigten Person im Sinne von § 11 übertragen.

2)   Schon bei der Verleihung des Nutzungsrechts soll die nutzungsberechtigte Person  für den Fall  ihres Ablebens die Nachfolge im Nutzungsrecht durch einen schriftlichen Vertrag bestimmen, der erst im Zeitpunkt des Todes der übertragenden Person  wirksam wird.

3)   Wird bis zum  Ableben der nutzungsberechtigten Person keine derartige Regelung getroffen, geht das Nutzungsrecht in nachstehender Reihenfolge auf die Angehörigen der nutzungsberechtigten Person mit deren Zustimmung über:

 

a)    Ehefrauen und Ehemänner,

b)   Verwandte auf- und absteigender Linie, sowie Geschwister, Stiefgeschwister und deren Kinder,

c)    Ehefrauen und Ehemänner der unter b) bezeichneten Personen,

d)   auf die nicht unter a) bis c) fallenden Erben.

 

Sind keine Angehörigen der Gruppe a) bis d) vorhanden oder zu ermitteln, so kann das Nutzungsrecht mit Zustimmung der Friedhofsträgerin auch von einer anderen Person übernommen werden.

4)   Die Rechtsnachfolgerin oder der Rechtsnachfolger hat der Friedhofsträgerin den Übergang des Nutzungsrechts unverzüglich anzuzeigen. Die Übertragung des Nutzungsrechts wird der neuen nutzungsberechtigten Person schriftlich bestätigt. Solange das nicht geschehen ist, können Bestattungen nicht verlangt werden.

5)   Ist keine Person zur Übernahme des Nutzungsrechts bereit, oder wird die Übernahme des Nutzungsrechts der Friedhofsträgerin nicht schriftlich angezeigt, so endet das Nutzungsrecht an der Grabstätte nach einer öffentlichen Aufforderung, in der auf den Entzug des Nutzungsrechts hingewiesen wird.

 

 

 

 

 

 

§ 13

Alte Rechte

1)   Für Wahlgrabstätten, über die die Friedhofsträgerin bei Inkrafttreten dieser Ordnung bereits verfügt hat, richtet sich die Nutzungszeit nach den bei der Vergabe gültig gewesenen Vorschriften. Die Gestaltung der Grabstätte richtet sich nach dieser Ordnung.  

2)   Nutzungsrechte von unbegrenzter oder unbestimmter Dauer, die vor dem Inkrafttreten dieser Ordnung entstanden sind, werden auf eine Nutzungszeit nach § 10 Abs. 6 a) dieser Ordnung seit Erwerb begrenzt. Sie enden jedoch nicht vor Ablauf der Ruhezeit der letzten Bestattung oder vor Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Ordnung.

 

 

C. Gemeinsame Bestimmungen

 

 

§ 14

Grabgewölbe

1)   Das Ausmauern von Grabstätten ist unzulässig.

2)   Vorhandene Grabgewölbe dürfen nicht weiter belegt werden,  es sei denn, daß die Gewölbe zerstört werden.

 

 

§ 15

Ausheben der Grabstätten

1)   Die Tiefe der einzelnen Grabstätten muß 1,80 m betragen. Für Totgeburten und für Verstorbene bis zum vollendeten 5. Lebensjahr beträgt die Tiefe der Grabstätten 1,40 m. Bei Urnen beträgt die Erdüberdeckung mindestens 0,50 m.

2)   Der Abstand zwischen zwei Einzelgrabstätten muß mindestens 0,30 m betragen.

3)   Die bei einer Bestattung aus Sicherheitsgründen erforderlichen Beseitigungen von Grabmalen, Fundamenten, Einfassungen und Bepflanzungen  sind von der nutzungsberechtigten Person rechtzeitig zu veranlassen.  


§ 16

Belegung, Wiederbelegung, Öffnung der Grabstätten

1)   In einem Sarg darf nur eine Leiche bestattet werden. Es ist jedoch zulässig, eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind oder zwei gleichzeitig verstorbene Geschwister im Alter bis zu einem Jahr in einem Sarg zu bestatten.

2)   Vor Ablauf der in dieser Friedhofsordnung festgesetzten Ruhezeiten darf eine Grabstätte nicht wiederbelegt werden.

3)   Wenn beim Ausheben einer Grabstätte zur Wiederbelegung Sargteile, Gebeine oder Urnenreste gefunden werden, sind diese unter der Sohle der neu aufgeworfenen Grabstätte zu versenken. Werden noch nicht verweste Leichen vorgefunden, so ist die Grabstätte sofort wieder zu schließen.

4)   Eine Grabstätte zu öffnen, ist -abgesehen von der richterlichen Leichenschau- nur mit Genehmigung der Friedhofsträgerin und der zuständigen Ordnungsbehörde zulässig.

 

§ 17

Um- und Ausbettungen

1)   Die Ruhe der Toten darf grundsätzlich nicht gestört werden.

2)   Umbettungen von Leichen und Urnen bedürfen der vorherigen Zustimmung der Friedhofsträgerin sowie der zuständigen Ordnungsbehörde. Die Zustimmung kann nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes erteilt werden. Umbettungen aus einer Reihengrabstätte in eine andere Reihengrabstätte sind nicht zulässig.

3)   Alle Umbettungen erfolgen nur auf schriftlichen Antrag. Antragsberechtigt sind die Angehörigen. Die Einverständniserklärung der oder des nächsten Angehörigen der oder des Verstorbenen und der nutzungsberechtigten Person ist beizufügen.

4)   Umbettungen werden vom Friedhofspersonal durchgeführt. Der Zeitpunkt der Umbettung wird von der Friedhofsträgerin festgesetzt. Umbettungen von Erdbestattungen finden in der Regel nur in den Monaten Dezember bis Mitte März statt. Im ersten Jahr der Ruhezeit werden Umbettungen nur bei Vorliegen eines dringenden öffentlichen Interesses ausgeführt.

5)   Die antragstellende Person hat für Schäden aufzukommen, die an der eigenen Grabstätte sowie an den Nachbargrabstätten und Anlagen durch eine Umbettung zwangsläufig entstehen.

6)   Der Ablauf der Ruhezeit wird durch eine Umbettung nicht unterbrochen oder gehemmt.

7)   Leichen und Urnen zu anderen als Umbettungszwecken wieder auszugraben, bedarf einer behördlichen oder richterlichen Anordnung.

 

§ 18

Särge, Urnen und Trauergebinde

Särge für Erwachsene dürfen im allgemeinen nicht länger als 2,10 m und die Kopfenden einschließlich der Sargfüße nicht höher als 0,80 m und im Mittelmaß nicht breiter als 0,70 m sein. Sind in Ausnahmefällen größere Särge erforderlich, ist die Zustimmung der Friedhofsträgerin bei der Anmeldung der Bestattung einzuholen.

Särge für Verstorbene bis zum vollendeten 5. Lebensjahr  sollen Maße haben, die ihre Einsenkung in die Grabstätten, deren Größe aus § 9 Abs. 2 a) und b) zu entnehmen ist, ohne Schwierigkeiten ermöglicht.

1)   Die Särge müssen gegen das Durchsickern von Feuchtigkeit gesichert und genügend fest gearbeitet sein. Das Verwenden von Totenbekleidungen, Särgen, Sargausstattungen und Sargabdichtungen aus nicht verrottbaren Stoffen wie PVC und PE ist nicht gestattet. Die Friedhofsträgerin muß Materialien zurückweisen, die in der Erde nicht zerfallen.

2)   Das Einsenken von Särgen in Grabstätten, in denen sich Schlamm oder Wasser befindet, ist unzulässig.

3)   Urnenkapseln und Überurnen müssen aus zersetzbarem Material bestehen.

4)   Trauergebinde und Kränze müssen aus natürlichen, biologischen, abbaubaren Materialien hergestellt sein. Gebinde und Kränze mit Kunststoffen sind nach der Trauerfeier durch die anliefernden Gewerbetreibenden wieder abzuholen. Kunststoffe sind auch als Verpackungsmaterial nicht erlaubt.

 

§ 19

Herrichtung und Instandhaltung der Grabstätten

1)   Jede Grabstätte ist so zu gestalten und so an die Umgebung anzupassen, daß der Friedhofszweck erfüllbar ist und die Würde des Friedhofs gewahrt bleibt. Die Grabstätten sind gärtnerisch so zu bepflanzen, daß andere Grabstätten und die öffentlichen Anlagen und Wege nicht beeinträchtigt werden. Die auf der Grabstätte gepflanzten Gehölze dürfen in der Höhe im ausgewachsenen Zustand 1,50 m und in der Breite die Grabstättengrenzen nicht überschreiten.

2)   Die Abgrenzungen der Grabstätten in den Grabfeldern werden von der Friedhofsträgerin aus einheitlichem Material angelegt.

3)   Die Grabstätten müssen spätestens sechs Monate nach dem Erwerb des Nutzungsrechts, sowie nach jeder Bestattung baldmöglichst ordnungsgemäß gärtnerisch hergerichtet und weiterhin unterhalten werden.

4)   Das Anliefern und Verwenden von Kunststoffen für die Grabgestaltung und als Grabschmuck ist untersagt. Das gilt insbesondere für Grabeinfassungen, Grababdeckungen, Grabmale, Blumen, Töpfe und Schalen. Die Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, die anfallenden Abfälle in die von der Friedhofsträgerin vorgegebenen und entsprechend gekennzeichneten Abfallbehälter, getrennt nach kompostierbarem und nicht kompostierbarem Material abzulegen.

5)   Die Friedhofsträgerin kann verlangen, daß die Nutzungsberechtigten die Grabstätte nach Ablauf der Ruhezeit oder des Nutzungsrechts abräumen. Für Grabmale gelten die §§ 25 und 26.

6)   Eine Versiegelung der gesamten Grabstätte mit Platten, Folien oder Terrpappe (z.B. als Unterlage für Kies) ist nicht zulässig.

7)   Nicht gestattet ist das Aufbewahren von Gefäßen und Gerätschaften aller Art auf der Grabstätte. Das Aufstellen von Bänken und anderen Sitzgelegenheiten ist genehmigungspflichtig.

8)   Der Baumbestand auf dem Friedhof steht unter besonderem Schutz. Nutzungsberechtigte an Grabstätten haben keinen Anspruch auf Beseitigung von Bäumen, Pflanzen und Hecken, durch die sie sich in der Pflege der Grabstätte beeinträchtigt fühlen.

9)   Die auf den Grabstätten gepflanzten Gehölze gehen in das Eigentum der Friedhofsträgerin über.  

 

 

§ 20

Vernachlässigung der Grabstätten

1)   Wird eine Grabstätte nicht ordnungsgemäß hergerichtet oder gepflegt, hat die nutzungsberech­tigte Person nach schriftlicher Aufforderung der Friedhofsträgerin die Grabstätte innerhalb einer angemessenen Frist in Ordnung zu bringen. Ist die verantwortliche Person nicht bekannt oder nicht ohne besonderen Aufwand zu ermitteln, wird durch öffentliche Bekanntmachung und durch einen auf 3 Monate befristeten Hinweis an der Grabstätte auf die Verpflichtung zur Herrichtung und Pflege hingewiesen.

2)   Kommt die nutzungsberechtigte Person ihrer Verpflichtung nicht nach, kann die Friedhofsträgerin die Grabstätte auf Kosten der nutzungsberechtigten Person in Ordnung bringen lassen oder das Nutzungsrecht ohne Entschädigung entziehen. Vor dem Entzug des Nutzungsrechts bzw. vor Herrichtung der Grabstätte auf Kosten der nutzungsberechtigten Person ist noch einmal schriftlich aufzufordern, die Grabstätte unverzüglich in Ordnung zu bringen. In der Androhung sind die voraussichtlichen Kosten zu benennen. In dem Entziehungsbescheid wird die nutzungs­berechtigte Person aufgefordert, das Grabmal und die sonstigen baulichen Anlagen innerhalb von 3 Monaten seit Unanfechtbarkeit des Entziehungsbescheides zu entfernen.

3)   Die nutzungsberechtigte Person ist in der schriftlichen Aufforderung, der öffentlichen Be­kanntmachung und dem Hinweis auf der Grabstätte auf die für sie maßgeblichen Rechtsfolgen des Abs. 2 Satz 1 hinzuweisen. In dem Entziehungsbescheid ist der Hinweis zu geben, daß das Grabmal und die sonstigen baulichen Anlagen entschädigungslos in die Verfügungsgewalt der Friedhofsträgerin fallen und die Kosten der Abräumung die nutzungsberechtigte Person zu tragen hat.

4)   Bei ordnungswidrigem Grabschmuck gilt Abs. 1 Satz 1 entsprechend. Wird die Aufforderung nicht befolgt oder ist die verantwortliche Person nicht ohne besonderen Aufwand zu ermitteln, kann die Friedhofsträgerin den Grabschmuck entfernen. Die Friedhofsträgerin ist nicht zu einer Auf­bewahrung des abgeräumten Materials verpflichtet.

 

§ 21

Dauergrabpflegeverträge

Die Friedhofsträgerin kann gegen Zahlung eines bestimmten Geldbetrages die Verpflichtung übernehmen, für die Grabpflege längstens bis zum Ablauf des Nutzungsrechts in bestimmtem Umfang zu sorgen.

§ 22

Grabmale

Gestaltung und Inschrift der Grabmale dürfen nichts enthalten, was das christliche Empfinden verletzt oder der Würde des Ortes entgegensteht.

§ 23

Genehmigungspflicht für Grabmale und sonstige Anlagen

1)   Das Aufstellen und jedes Verändern von Grabmalen und der baulichen Anlagen bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung der Friedhofsträgerin. Mit der Durchführung dürfen nur zugelassene Bildhauerinnen und Bildhauer oder Steinmetzinnen und Steinmetze beauftragt werden.

2)   Die Genehmigung zur Errichtung oder Änderung ist rechtzeitig vor Vergabe des Auftrages unter Vorlage von Zeichnungen im Maßstab 1:10 und mit genauen Angaben über Art und Bearbeitung des Werkstoffes, über den Inhalt, Form und Anordnung der Inschrift und des Symbols einzuholen. Das Errichten der Grabmale muß nach den jeweils geltenden Richtlinien für das Fundamentieren und Versetzen von Grabdenkmälern des Bundesverbandes des Deutschen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauer-Handwerks erfolgen.

3)   Die Genehmigung erlischt, wenn das Grabmal oder die bauliche Anlage nicht binnen eines Jahres nach der Genehmigung errichtet worden ist.

4)   Grabmale und Anlagen, die ohne Genehmigung errichtet oder verändert sind, werden auf Kosten der nutzungsberechtigten Person entfernt.

5)   Entspricht die Ausführung des Grabmals oder die bauliche Anlage nicht dem genehmigten Antrag und ist sie nicht genehmigungsfähig, wird der nutzungsberechtigten Person eine angemessene Frist zur Abänderung oder Beseitigung des Grabmals gesetzt. Nach Ablauf der Frist wird das Grabmal auf Kosten der nutzungsberechtigten Person von der Grabstätte entfernt und zur Abholung bereitgestellt. Die Friedhofsträgerin ist nicht verpflichtet, das Grabmal oder sonstige bauliche Anlagen aufzubewahren.

6)   Provisorische Grabzeichen dürfen als naturlasierte Holzstelen oder -kreuze bis zu einer Höhe von 0,80 m für einen Zeitraum von zwei Jahren nach der Bestattung gesetzt werden.

7)   Bei der Anlieferung von Grabmalen oder sonstigen baulichen Anlagen ist der Friedhofsträgerin der Genehmigungsbescheid und ein Nachweis über die Zahlung der Genehmigungsgebühr vorzulegen. Einzelheiten über das Anliefern und Aufstellen von Grabmalen und sonstigen baulichen Anlagen sind mit der Friedhofsverwaltung abzustimmen.

8)   Bei Anträgen auf Änderungen oder Auswechselung von Grabmalen sind maßstabgerechte Zeichnungen oder Fotografien der vorhandenen Grabmale beizufügen.

 

§ 24

Instandhaltung der Grabmale  

Die Grabmale und die sonstigen baulichen Anlagen sind dauernd in würdigem und verkehrssicherem Zustand zu halten. Verantwortlich dafür ist die nutzungsberechtigte Person.

1)   Mängel bezüglich der Standsicherheit von Grabmalen, sonstigen baulichen Anlagen oder Teilen davon hat die nutzungsberechtigte Person unverzüglich durch zugelassenes Fachpersonal gemäß § 5 beseitigen zu lassen. Bei Nichtbeachtung dieser Bestimmung haftet die nutzungsberechtigte Person für den Schaden. Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, erhält die nutzungsberechtigte Person eine Aufforderung zur Befestigung oder Beseitigung. Ist die nutzungsberechtigte Person nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermitteln, so ist die erforderliche Instandsetzung durch einen einmonatigen Hinweis auf der Grabstätte und durch öffentliche Bekanntmachung hinzuweisen. Kommt die nutzungsberechtige Person der Aufforderung zur Befestigung oder Beseitigung nicht nach, kann die Friedhofsträgerin am Grabmal oder an den sonstigen baulichen Anlagen Sicherungsmaßnahmen auf Kosten der nutzungsberechtigten Person vornehmen lassen.

2)   Bei unmittelbarer Gefahr ist die Friedhofsträgerin berechtigt, ohne vorherige Aufforderung an die nutzungsberechtigte Person das Grabmal auf deren Kosten umzulegen oder andere geeignete Maßnahmen durchzuführen. Die nutzungsberechtigte Person erhält danach eine Aufforderung, die Grabstätte oder das Grabmal wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. Geschieht dies nicht, so kann die Friedhofsträgerin die notwendigen Arbeiten durchführen oder das Grabmal entfernen lassen. Die entstehenden Kosten hat die nutzungsberechtigte Person zu tragen. Die Friedhofsträgerin ist nicht verpflichtet, das Grabmal oder Teile des Grabmals aufzubewahren.

 

§ 25

Schutz wertvoller Grabmale

1)   Künstlerisch oder geschichtlich wertvolle Grabmale oder solche, die als besondere Eigenart des Friedhofes zu gelten haben, unterstehen dem besonderen Schutz der Friedhofsträgerin. Sie werden als erhaltenswerte Grabmale in einem Verzeichnis geführt und dürfen nur mit Genehmigung der kirchlichen Aufsichtsbehörde abgeändert oder entfernt werden. Bei denkmalwerten Grabmalen ist zusätzlich das Einvernehmen mit der Unteren Denkmalbehörde herzustellen.

2)   An Grabstätten mit erhaltenswerten Grabmalen, die frei von Nutzungsrechten und Ruhefristen sind, können neue Nutzungsrechte vergeben werden, wenn sich die erwerbende Person und ihre im Recht nachfolgenden Personen zur Restaurierung sowie zur laufenden Unterhaltung der Grabstätte verpflichten. Die Veränderungen und Ergänzungen der Grabmale dürfen nur mit der Zustimmung der Friedhofsträgerin und bei denkmalwerten Grabmalen im Einvernehmen mit der Unteren Denkmalbehörde erfolgen.

3)   Grabmale, die den Anforderungen von Abs. 1) entsprechen, können gegebenenfalls an anderer Stelle aufgestellt werden.

 

§ 26

Entfernen von Grabmalen

1)   Grabmale dürfen vor Ablauf der Ruhe- oder Nutzungszeit nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Friedhofsträgerin entfernt werden.

2)   Mit Ablauf der Ruhezeit oder des Nutzungsrechts sind die Grabmale und die sonstigen baulichen Anlagen durch die nutzungsberechtigte Person zu entfernen. Sind die Grabmale oder die sonstigen baulichen Anlagen nicht innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Ruhezeit oder des Nutzungsrechts entfernt, verfügt die Friedhofsträgerin darüber. Die Friedhofsträgerin ist nicht verpflichtet, das Grabmal oder Teile des Grabmals aufzubewahren. Die der Friedhofsträgerin erwachsenen Kosten hat die nutzungsberechtigte Person zu tragen.

3)   Bei erhaltens- und denkmalwerten Grabmalen ist der § 25 zu beachten.


 

III.  Bestattungen und Feiern

 

§ 27

Bestattungen

1)   Die kirchliche Bestattung ist eine gottesdienstliche Handlung. Den Zeitpunkt legt die Friedhofsverwaltung im Einvernehmen mit den Angehörigen und der zuständigen Pfarrerin oder dem zuständigen Pfarrer fest.

2)   Den Zeitpunkt einer nichtkirchlichen Bestattung legt die Friedhofsverwaltung im Einvernehmen mit den Angehörigen fest.

3)   Die Bestattung durch eine andere Pfarrerin oder einen anderen Pfarrer bedarf der Zustimmung der Friedhofsträgerin. Die Bestimmungen der Kirchenordnung über die Erteilung eines Erlaubnisscheines (Dimissoriale) bleiben unberührt.

 

§ 28

Anmeldung der Bestattung

1)   Die Bestattung ist unverzüglich bei der Friedhofsverwaltung unter Vorlage der Bescheinigung des Standesamtes über die Beurkundung des Todesfalles oder des Bestattungserlaubnisscheines der Ordnungsbehörde schriftlich anzumelden. Bei Urnenbeisetzungen ist zusätzlich die Einäscherungsurkunde vorzulegen. Die Bestattung kann frühestens 2 Arbeitstage nach der Anmeldung erfolgen. Die Anmeldevordrucke der Friedhofsverwaltung sind zu verwenden. Dabei ist die Anmeldung der Bestattung durch die antragstellende Person zu unterschreiben. Ist die antragstellende Person nicht nutzungsberechtigt an der Grabstätte, so hat auch die nutzungsberechtigte Person durch ihre Unterschrift ihr Einverständnis zu erklären. Ist die nutzungsberechtigte Person einer vorhandenen Wahlgrabstätte verstorben, so hat die neue nutzungsberechtigte Person durch ihre Unterschrift die Übernahme des Nutzungsrechts in der Anmeldung schriftlich zu beantragen.

2)   Wird eine Bestattung nicht rechtzeitig mit den erforderlichen Unterlagen bei der Friedhofsverwaltung angemeldet, so ist die Friedhofsverwaltung berechtigt, den Bestattungstermin bis zur Vorlage der erforderlichen Angaben und Unterlagen auszusetzen. Werden die erforderlichen Unterschriften nicht geleistet, können Bestattungen nicht verlangt werden.

 

§ 29

Leichenkammern

1)   Die Leichenkammern dienen zur Aufbewahrung der Verstorbenen bis zu deren Bestattung. Die Kammern und die Särge dürfen nur im Einvernehmen mit der Friedhofsverwaltung geöffnet und geschlossen werden. Die Särge sind spätestens eine Stunde vor Beginn der Trauerfeier oder der Bestattung endgültig zu schließen. Für die Aufbewahrung von Leichen gilt die Ordnungsbehördliche Verordnung über das Leichenwesen des Landes Nordrhein-Westfalen in der jeweils geltenden Fassung.

2)   Jede Leichenkammer und jeder Sarg ist mit den Angaben über Namen und Wohnort der Verstorbenen sowie dem Namen des Bestattungsunternehmens zu versehen.

3)   Särge, in denen an anzeigepflichtigen Krankheiten Verstorbene liegen, dürfen nur mit Genehmigung des zuständigen Gesundheitsamtes geöffnet werden.

4)   Die Grunddekoration der Leichenkammern besorgt die Friedhofsträgerin. Zusätzliche Dekorationen sind mit der Friedhofsträgerin abzustimmen.

 

§ 30

Friedhofskapelle

1)   Die Kirche dient bei der kirchlichen Bestattung als Stätte der Verkündigung.

2)   Die Friedhofsträgerin  gestattet die Benutzung der Kirche durch andere christliche Kirchen, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angehören.  

3)   Die Benutzung der Kirche durch andere Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften bedarf der vorherigen Genehmigung der Friedhofsträgerin. Bei den Trauerfeiern darf der christliche Glaube nicht verunglimpft werden. Christliche Symbole in der Kirche dürfen nicht verdeckt, verändert oder entfernt werden. Weitere Symbole dürfen nicht verwendet werden.

4)   Die Benutzung der Kirche kann untersagt werden, wenn die verstorbene Person an einer meldepflichtigen, übertragbaren Krankheit gelitten hat.

5)   Die Grunddekoration der Kirche besorgt die Friedhofsträgerin. Zusätzliche Dekorationen sind mit der Friedhofsträgerin abzustimmen.

 

§ 31

Andere Bestattungsfeiern am Grabe

1)   Bestattungsfeiern anderer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften am Grabe sowie Ansprachen am Grabe bedürfen der Genehmigung der Friedhofsträgerin.

2)   Kränze können mit kurzen Widmungsworten, soweit diese nicht widerchristlichen Inhalts sind, nach Abschluß der Bestattungsfeier am Grabe niedergelegt werden.

3)   Kranzschleifen dürfen keine Inschriften widerchristlichen Inhalts tragen. Andernfalls können die Schleifen entfernt werden.

 

§ 32

Musikalische Darbietungen

1)   Für besondere musikalische Darbietungen bei Bestattungsfeiern in der Kirche und auf dem Friedhof ist vorher die Genehmigung der Pfarrerin oder des Pfarrers, im Falle des § 31 die der Friedhofsträgerin, einzuholen.

2)   Feierlichkeiten sowie Musikdarbietungen auf dem Friedhof außerhalb einer Bestattungsfeier bedürfen der vorherigen Genehmigung der Friedhofsträgerin.

 

§ 33

Zuwiderhandlungen

Wer den Bestimmungen der §§ 31 und 32 zuwiderhandelt, kann durch eine beauftragte Person der Friedhofsträgerin zum Verlassen des Friedhofes veranlaßt, gegebenenfalls durch die Friedhofsträgerin wegen Hausfriedensbruchs zur Anzeige gebracht werden.


IV.  Schlußbestimmungen

 

 

§ 34

Haftung

Die Friedhofsträgerin haftet nicht für Schäden, die durch nicht satzungsgemäße Benutzung des Friedhofes, seiner Anlagen und Einrichtungen, durch dritte Personen, durch Tiere oder durch höhere Gewalt entstehen. Ihr obliegen keine besonderen Obhuts- und Überwachungspflichten.

§ 35

Öffentliche Bekanntmachung

1)   Diese Friedhofsordnung und alle Änderungen hierzu bedürfen zu ihrer Gültigkeit der öffentlichen Bekanntmachung.  

2)   Öffentliche Bekanntmachungen oder Aufforderungen erfolgen im vollen Wortlaut

in  den nachfolgenden Tageszeitungen

Altenaer Kreisblatt und Westfälische Rundschau

 

1)   Die jeweils gültige Fassung der Friedhofsordnung liegt zur Einsichtnahme aus im Pfarrhaus oder bei der Friedhofsverwaltung aus.

2)  Außerdem können die Friedhofsordnung und alle Änderungen zusätzlich durch Aushang und Kanzelabkündigung bekanntgemacht werden.

 

§ 36

Inkrafttreten

1)   Diese Friedhofsordnung und alle Änderungen treten jeweils am Tage nach der Veröffentlichung in Kraft.

 

Mit Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung tritt die Friedhofsordnung vom 15. Mai 1981 außer Kraft.

 

Wiblingwerde, den 6. Oktober 1998

(Siegel)

Die Friedhofsträgerin

Das Presbyterium der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Wiblingwerde

G.-A. Schmidt, Pfr.               E. Brinker                   R. Nowak

In Verbindung mit dem Beschluß des Presbyteriums der Evang.-ref. Kirchengemeinde Wiblingwerde vom 6.10.1998 kirchenaufsichtlich genehmigt.

Bielefeld, den 18. November 1998

(Siegel)

Az.: 48968/Wiblingwerde 5

Evangelische Kirche von Westfalen

Das Landeskirchenamt

I.V.  gez. Unterschrift

Genehmigt: Arnsberg, den 4. Dezember 1998

(Siegel)

Der Regierungspräsident

I.A. gez. Unterschrift

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Die Gebühren können im Büro der Kirchengemeinde erfragt werden.



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